Für Fans das ideale Ambiente: Überfall, Western-Music, Linedance, T-Bone und Lagerfeuer.

Die Idee der Country-Fahrt wurde vor zwei Jahren geboren, diesmal setzte die Veranstalterin Claudia Dunst-Mösenlechner mit dem groß angelegten Western-Fest im Bahnhofpark ein kräftiges Jippie-Jaj-Jeay drauf. An den Tischen, unter den Bäumen, auf den Strohballen konnten sich alle Besucher ausleben, denen das glorifiziert-sorglose Leben im Wilden Westen zu einem entspannenden Freizeitbestandteil geworden ist.

Seinen Anfang nahm das Western-Abenteuer am vergangenen Samstag mit einer Flascherlzugfahrt nach Preding. Und obwohl nicht Buffalo das Ziel war und es den Flascherlzug zur Zeit der Eroberung des Wilden Westens noch nicht gab, wehte so etwas wie Wildwestromantik durch die Waggons. Richtig ernst wurde es bei der Rückfahrt, als es auf der Höhe der Station „Old Pumpkin Seed Oil Mill“ in Herbersdorf doch tatsächlich zu einem Überfall auf den Flascherlzug kam. „Scheine her oder ein paar Passagiere sehen Stainz nicht wieder“, lautete die eindringliche Forderung der Cowboys um Raubein Petersen Ekowitsch & Co., bevor es zum Freizeichen für die Weiterfahrt reichte.

Im Bahnhofpark herrschte mittlerweile bereits ein buntes Treiben rund um Tanzfläche, Versorgungsbereich von Zug-Wirt Wolfgang Krammer und Lagerfeuer. Im Angebot auch der Info-Stand von Mag. Harald Janisch, der im August in Zirknitz sein Junior-Abenteuercamp organisiert. Das Wiehern von Pony Lucky, mit dem Kinder eine Runde um das Areal reiten konnten, lieferte den passenden Hintergrundton, während im Zentrum die Formation Mrs. Sipi den Takt vorgab. Was wie Mississippi klingen sollte, entfaltete in der Tat den ganzen Schmelz lauer Abende am großen Strom, wilden Trampelns von Büffelherden in der Prärie und bitteren Schmerzes abgewiesener Cowboys im Saloon. „Wir spielen, was den Leuten gefällt“, hatte Leiterin Rabea Holzmann (Akustikgitarre, Lead Vocals), Stainzern als Tochter von Roswitha und Kurt Weitzer bekannt, mit Kathy Mallinger (Geige, Vocals), Philipp Holzmann (Bass, Vocals), Andrew Collett (E-Gitarre, Vocals) und Bernhard Sattra (Drums, Vocals) die große Besetzung ihrer Band mitgebracht.

Und was gefiel den Leuten? Klar, Musik zum Tanzen. Es dauerte nur wenige Takte und mit der Kalsdorfer Gruppe „Liners Be Friends“ eilte die erste Linedance-Gruppe auf die Tanzfläche, um sich auf den Hillbilly Rock einzulassen. „Wir haben vom Fest in der Zeitung erfahren“, hatten sich Ingrid Sagmeister und ihr Tanzkreis spontan zur Fahrt nach Stainz entschieden. Zumal, wie die Tanzlehrerin anmerkte, es im Sommer nicht viele Westernfeste gibt. Alle Dienstage wird im Klublokal trainiert, einmal im Jahr das Faschingscountryfest organisiert, oft sind die rund zwanzig Mitglieder bei Umzügen dabei. Wie es ihnen in Stainz gefiel? Wir hätten auch im Zug Westernmusik vertragen.

Nicht alle Zaungäste trauten sich auf Anhieb in das Festareal, viele verfolgten das Geschehen vorweg aus sicherer Entfernung. Keine davon war Herta Cernova, die sich – im Westernlook mit Jeans, Halstuch und Cowgirl-Hut – mitten im Getümmel anzutreffen war. „Das macht richtig süchtig“, zeigte sich die Lkw-Fahrerin von der Zugfahrt, von der romantischen Stimmung, vor allem aber von den peitschenden Rhythmen begeistert. Ebenfalls begeistert machten die Linedancers des TSC Weiß-Silber Stainz mit. „Seit dem Frühjahr haben wir eine eigene Linedance-Gruppe“, bot Leiterin Gabriele Berberich allen Festbesuchern den Bonus zum Mitmachen an: Linken Fuß hinter rechtem kreuzen, Schritt nach rechts mit rechts, linken Fuß am rechten vorbeischwingen lassen!, lauteten die Anweisungen zu den Klängen des Achy Breaky Line, die gerne und in großer Zahl angenommen wurden.

 

 

 

Gerhard Langmann